Samstag, 20. Mai 2017

Eaglemoss Nr. 2: Griff in die Geschichte/Die Teufelsinsel im All (TOS/TOS)

Eaglemoss Nr. 2: Griff in die Geschichte/Die Teufelsinsel im All (TOS/TOS)

Eaglemoss, Februar 2017, 164 Seiten

Ursprüngliches Drehbuch: Harlan Ellison

Adaption: Scott Tipton, David Tipton

Autor: Dick Wood (Die Teufelsinsel im All)

Grafik: J.K. Woodward

Zeichner: Nevio Zeccara (Die Teufelsinsel im All)

Übersetzung: Stephanie Pannen


Vom Umschlagtext:

Sternzeit: Unbekannt

Ein Offizier der Enterprise befindet sich auf der Flucht vor Sicherheitsoffizieren,
reist durch ein Portal in die Vergangenheit und ändert damit die gesamte Zukunft.
Kirk und Spock müssen ihm in das New York der Großen Depression folgen,
um ihn zu finden und die Zeitlinie zu reparieren, bevor sie unumkehrbar Schaden nimmt.


Meine Meinung:

Auf diese Ausgabe habe ich mich gefreut seit ich zum ersten Mal von dieser Collection gehört habe.
Zum einen weil es sich um eine deutschsprachige Erstausgabe handelt,
zum anderen natürlich weil Griff in die Geschichte für viele Fans zu den beliebtesten und besten Episoden überhaupt gehört. Auch für mich.

Hier erwartet uns allerdings nicht die Comic-Version der TV-Folge; stattdessen beruht die Geschichte auf dem ursprünglichen Drehbuch von Harlan Ellison.
Einiges wirkt vertraut, einiges ist aber auch komplett anders. So spielt Pille zum Beispiel überhaupt keine Rolle in dieser Version der Geschichte.
Auch Spock verhält sich etwas anders als wir es kennen, so hat er Captain Kirk gegenüber manchmal einen eher flapsigen und auch überheblichen Ton an sich.

Von Spock stammt aber auch ein Spruch, den Pille auch nicht besser hinbekommen hätte: "Ich bin Vulkanier, kein Eunuch."

Und auch wenn Janice Rand nur zu Beginn dabei ist, so fällt doch auf, dass sie eine wichtigere und ernsthaftere Rolle spielt als in der Serie allgemein.

Für mich das Highlight und die Schlüsselszene der Geschichte: Kirk entdeckt Spocks versteckten Phaser und sagt ihm,
dass Spock ihn nicht einsetzen kann, weil sie Beckwith lebend zurückbringen müssen.
Dann kommt Kirk die Erkenntnis, dass der Phaser gar nicht für Beckwith gedacht war. Spock antwortet nicht.
Daran schließt sich die unausgesprochene Frage an: Für wen war der Phaser dann gedacht?
Hätte Spock Edith Keeler womöglich getötet um die Zeitlinie zu reparieren?


Auch in diesem Band gibt es wieder eine zweiseitige Einführung in die Story, aber leider steht wieder nicht der Name des Autors dabei.
Und Harlan Ellison selbst steuert eine doppelseitige Einleitung und ein Nachwort bei.

Was ich besonders interessant finde: Auf elf Seiten gibt es noch ein "Making of" mit Erklärungen von J.K. Woodward
und Hinweise und Anmerkungen zu den vielen Eastereggs in der Story von Woodward und den beiden Tiptons.
So haben zum Beispiel sowohl Harlan Ellison als auch Scott Tipton einen Cameo-Auftritt (ich hätte allerdings beide nicht erkannt).
Und viele der anderen Eastereggs wird der deutschsprachige Leser auch nicht erkennen, da sie sich oftmals auf andere Werke von Ellison beziehen,
oder Freunde und Bekannte der Macher haben einen kleinen Cameo-Auftritt. Dennoch sehr interessant.


Normalerweise bin ich ja viel mehr der Leser und mein Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf der Geschichte,
aber hier muss ich unbedingt auch auf die grafische Umsetzung der Story eingehen.


Diesen Zeichenstil finde ich sehr interessant, so etwas haben wir schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen und damals auch nur ein- oder zweimal.
(Kenner der Materie werden jetzt natürlich zu Recht auf das TNG/Doctor Who-Crossover hinweisen, aber das gibt es ja leider (noch?) nicht auf deutsch).
Die Farben sind zum großen Teil in Pastelltönen gehalten, die Seiten werden aber auch immer mal wieder durch kräftige Farben aufgelockert.
Dann wiederum gibt es vier Seiten am Stück die komplett in Schwarzweiß bzw. Grautönen gehalten sind.


Abschließend kann ich sagen, dass mir Griff in die Geschichte sehr gut gefallen hat, die Story bekommt eine 2 von mir.
Ob diese Version jetzt aber besser oder schlechter als die TV-Episode ist kann und will ich nicht beurteilen.


Zu Die Teufelsinsel im All gibt es auch wieder eine einseitige Einführung, und auch diese Geschichte kennen wir schon von früher.
So ist sie schon als Planet der Geächteten in ZACK 1972/Nr. 51 - 1973/Nr. 1 und als Herrscher der Verdammten in der ZACK-Parade 20 erschienen.

Diese Story wurde ebenfalls wieder von Stephanie Pannen neu übersetzt.

Den Titel finde ich irgendwie genial, so herrlich bescheuert.
Aber er passt zu diesen alten Comics und ist auch die genaue Übersetzung des Originals.

Ganz zum Schluss findet sich dann die Vorschau auf Ausgabe 3.


Auf eine Gesamtbewertung des Bandes verzichte ich auch hier wieder.
Wie gesagt, die beiden Comics sind dafür viel zu unterschiedlich.
Aber allein schon für Griff in die Geschichte lohnt sich der Kauf definitiv.

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