Mittwoch, 16. Oktober 2013

Taschenbuch Nr. 1 (TOS)

Taschenbuch Nr. 1 (TOS)

Condor, 1978, 192 Seiten

Autoren: Allan Moniz, Arnold Drake

Zeichner: Alberto Giolitti, Alden McWilliams



Dieses Taschenbuch enthält acht Geschichten.

In "Tod eines Sterns"  landet ein Außenteam auf Isis III.
Der Planet steht kurz vor der Vernichtung durch eine Supernova.
Dort treffen Kirk und Co. auf die Sonnengöttin Isis...

Naja, das ist jetzt nicht so prall.
Interessant ist die Zusammensetzung des Außenteams: Kirk, Spock, Uhura(!) und Schwester Chapel(!).

Uhura wird mehrmals mit Uhuru angesprochen, und ihre Hautfarbe ist genauso rosig wie die von Chapel und den anderen.

Ein Ausschnitt aus dem Original. Links Uhura, rechts Chapel


In "Die Tiermenschen" geraten Kirk und die Enterprise auf dem Planeten Herkules in eine
Romeo-und-Julia-Geschichte.

Vom Ansatz her ist die Geschichte klasse; die Umsetzung ist allerdings grausig
und geradezu haarsträubend naiv.
Da verschießen die "Tiermenschen" gestohlene Atomsprengköpfe mit Pfeil und Bogen.
Ja doch, alles klar.
Dennoch ist diese Geschichte, von der Thematik und Aussage her, das absolute Highlight bisher.
Nicht nur auf dieses Taschenbuch bezogen, sondern auf die frühen Comics ganz allgemein.



In "Der Doppelgänger" reist die Enterprise an den Geburtsort des Universums.
Dort treffen sie einen zweiten Kirk ...

Fast schon eine philosophische Geschichte. Etwas naiv, aber gar nicht mal soo schlecht.
Dafür ist Uhura auch hier wieder weiß.



In "Die Psycokristalle" landen Kirk, Scotty und Pille auf einem unbewohnten Planeten, um dort Kristallformen zu untersuchen.
Doch die vermeintlichen Kristalle entwickeln ein Eigenleben ...

Ziemlich abgefahren und skurril, sehr "kindlich" alles.
Auf einer Seite sind Bilder und Texte völlig durcheinander, auch die Charaktere wechseln die Farben der Uniformen von Bild zu Bild.



In "Die Zeit-Bombe" hat ein wahnsinniger Wissenschaftler eine Waffe, die die Erde vernichten kann, irgendwo in der Zeit versteckt.
Zeit und Ort kann man ziemlich genau eingrenzen: Hollywood, 1855 oder 1955.
Also reist Scotty in den Wilden Westen und Kirk in die Traumfabrik, wo er am Set eines Filmstudios landet
und sich später ein Rennen mit römischen Streitwagen mit dem durchgeknallten Wissenschaftler liefert ...

Eine völlig durchgeknallte Story, besitzt aber einen gewissen Unterhaltungswert.



In "Der Krieg der Klingonier" bekommt die Enterprise einen neuen Captain,
während Kirk undercover in geheimer Mission unterwegs ist.

Vom Ansatz her gut, aber leider nicht ganz so gut umgesetzt.
Insgesamt aber durchaus noch in Ordnung.



In "Der Prophet des Friedens" entdeckt die Enterprise eine Kapsel mit
einem seit Jahrhunderten tiefgefrorenen Menschen.
Er wird wieder zum Leben erweckt und auf die Erde gebracht.
Leider bringt man damit ein trojanisches Pferd auf die Erde ...

Ist ziemlicher Müll und auch nicht besonders unterhaltsam.



In "Urlaub der Alpträume" machen Kirk und Co. wegen Reparaturarbeiten
einen kleinen Zwangsurlaub auf der Erde.

Naja, ziemlich grottig das Ganze.
Immerhin treffen sie auf Pilles Tochter, die hier Barbara heißt.
Und es gibt eine kleine King Kong-Einlage.



Diese acht Geschichten sind alle im Original bei Gold Key erschienen.
Die Qualität der "nackten" Story steigert sich langsam, teilweise ist es sogar richtig gut.

Die Umsetzung ist aber nach wie vor grottig:
Uhura ist ab und zu mal weiß, mal wird sie mit Uhuru angesprochen.
Vertauschte Sprechblasen, die Farben der Uniformen wechseln von Panel zu Panel.
Mal ganz abgesehen davon, dass sie sowieso falsch sind usw...

Insgesamt betrachtet bekommt dieses Taschenbuch eine gute 4 von mir, wobei besonders "Die Tiermenschen" herausragt.

Kommentare:

  1. TB #1 enthält die nachgedruckten u. übersetzten Original-Nummern 30,32,33,34,36,38,39,40 aus dem amerikanischen Gold Key Verlag in nicht chronologischer Reihenfolge.
    Bei der Bewertung sollte man berücksichtigen, dass die Original-Comics von 1975/76 sind. Die Zeichnungen u. Kolorierungen sind selbstverständlich nicht mit denen heutiger Comics vergleichbar (nicht am Computer koloriert, wie heutzutage oft üblich). Das ist bei anderen alten Serien natürlich nicht anders.
    Die Stories sind zum Teil etwas trashig, aber wenn man die alte TV-Serie heutzutage betrachtet, sind viele Folgen auch trashig u. teils ein wenig albern.
    Da mir das TB #1 noch fehlt, kann ich keine Bewertung abgeben.

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    1. Übrigens waren damals falsche Kolorierungen u. vertauschte Sprechblasen bei Condor u. anderen deutschen Verlagen, die Comics im unteren Preissegment angeboten haben, keine Seltenheit. Wenige Panels wurden sogar nur einfarbig gedruckt.
      Da Zack u. Condor dieselben Enterprise-Comics in unterschiedlichen Kolorierungen veröffentlicht haben, gehe ich davon aus, dass sie von Gold Key nur die S/W-Vorlage bekamen. Das heißt, dass die deutschen Verlage die Comics selbst kolorieren mussten. Scheinbar kannten die Coloristen aber die Original-Comics u. die TV-Serie kaum, was die teils falschen Farben erklären würde. Man konnte sich damals ja auch nicht über das Internet erkundigen ;-) Zu der Zeit wurde das auch nicht so eng gesehen. Hauptsache, die Comics waren farbig :-)
      Die Übersetzungen mussten vereinfacht, verändert u. gekürzt werden, weil man bei den kleinformatigen TBs in den beengten Sprechblasen wenig Platz hatte. Evtl. war das manchmal auch der Grund für vertauschte Sprechblasen. Den längeren Text hat man einfach in die größere Sprechblase gedruckt.

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    2. Hallo Carsten,
      deine Erklärungen klingen sehr plausibel. So könnte es gewesen sein.


      Allerdings war bei Gold Key ja auch schon vieles falsch ...
      Andererseits macht gerade das diese alten Ausgaben so liebenswert.

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